Schamaika
Selbstbestimmt LEBEN

Selbstbestimmung und Solidarit

Der Begriff „Selbstbestimmung“ kommt aus Skandinavien. Er ist dort Synonym für die Auflösung der Großanstalten und die Rückkehr der behinderten Menschen in das Gemeinwesen. In Schweden gibt es keine Heime mehr.

Menschen mit Behinderungen wird auch in Deutschland mehr als früher zugetraut. Sie können eigene Ziele setzen und verwirklichen, nehmen Einfluss auf die Gestaltung ihres Lebens. Je intensiver sie das tun, desto selbstbestimmter leben sie.

Selbstbestimmung ist ein Prozess, der sich entwickelt in der Interaktion zwischen dem Menschen und seinem sozialen Umfeld. Selbstbestimmung hat stets den Charakter der Suche.

Selbstbestimmung ist niemals gleichzusetzen mit Selbständigkeit. Menschen, die wegen ihrer Behinderung nicht selbständig leben, können aber durchaus selbstbestimmt leben, indem sie zum Subjekt des Handelns werden und nicht das Objekt in den Händen der Helfer bleiben.

Selbständigkeit bedeutet, etwas eigenständig auszuführen. Die Ziele können jedoch von anderen bestimmt werden. Ein selbständig handelnder Mensch kann deshalb fremdbestimmt sein wie uns schon James Bond gelehrt hat.

Selbstbestimmung heißt nicht, immer und beständig seine Wünsche und Bedürfnisse durchzusetzen.

Jeder Mensch benötigt Orientierungen und Hilfen, die egoistische Bedürfnisse und Wünsche relativieren.

Die Grenzen der Selbstbestimmung sind da erreicht, wo die Rechte und die Würde anderer Menschen verletzt werden. Niemand kann und darf immer gerade das machen, wozu er Lust hat.

Selbstbestimmung und Solidarität gehören zusammen.

Selbstbestimmung impliziert, dass der Mensch selbst entscheidet und handelt, aber im Einklang mit den Interessen anderer, als soziales Wesen, das Orientierung sucht und bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, ein starkes kreatives Selbst verbunden mit der Fähigkeit zu kommunizieren, eigenes Wollen in der sozialen Interaktion zu korrigieren.

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